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Entzündung der Nierenkörperchen verstehen und erkennen
Die Glomerulonephritis ist eine entzündliche Erkrankung der Nieren, die vor allem die sogenannten Glomeruli – die feinen Gefäßknäuel in den Nierenkörperchen – betrifft. Diese Strukturen spielen eine zentrale Rolle bei der Blutfiltration. Wird ihre Funktion durch eine Entzündung beeinträchtigt, kann das weitreichende Folgen für den gesamten Organismus haben.
Was ist eine Glomerulonephritis?
Der Begriff Glomerulonephritis setzt sich aus den Worten „Glomeruli“ (Nierenkörperchen) und „Nephritis“ (Nierenentzündung) zusammen. Die Glomeruli bestehen aus einem feinen Kapillarnetz, das das Blut filtert und dabei den sogenannten Primärharn bildet. Dieser enthält zunächst Wasser, Salze, Abfallstoffe und kleine Moleküle, jedoch keine Zellen oder größeren Eiweiße.
Kommt es zu einer Entzündung der Glomeruli, wird diese Filterfunktion gestört. In der Folge können unter anderem Eiweiße und Blutbestandteile in den Urin gelangen. Je nach Verlauf und Ursache kann eine Glomerulonephritis akut, chronisch oder schleichend auftreten.
Ursachen und Formen der Glomerulonephritis
Eine Glomerulonephritis kann viele Ursachen haben. Sie wird häufig nach ihrer Entstehung in primäre und sekundäre Formen unterteilt:
1. Primäre Glomerulonephritis
Diese Form tritt isoliert in der Niere auf, ohne dass andere Organe beteiligt sind. Die genauen Ursachen sind oft unklar, es wird jedoch angenommen, dass immunologische Prozesse eine zentrale Rolle spielen. Häufige primäre Formen sind:
2. Sekundäre Glomerulonephritis
Hier ist die Entzündung Folge einer anderen Grunderkrankung, etwa:
Symptome – worauf man achten sollte
Eine Glomerulonephritis kann sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen, abhängig von Verlauf und Ausprägung:
In schweren Fällen kann es zur akuten Nierenschwäche (akuten Niereninsuffizienz) kommen. Bei chronischem Verlauf entwickelt sich schleichend ein Funktionsverlust der Niere, der im schlimmsten Fall zur Dialysepflichtigkeit führt.
Diagnose – wie wird Glomerulonephritis festgestellt?
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:
Behandlung – abhängig von Form und Verlauf
Die Therapie richtet sich nach der Art der Glomerulonephritis und dem Schweregrad der Erkrankung. Sie verfolgt in der Regel zwei Hauptziele:
Typische Therapieansätze sind:
Prognose – was sind die langfristigen Folgen?
Die Prognose hängt stark von der Art der Glomerulonephritis, dem Zeitpunkt der Diagnose und dem Therapieerfolg ab. Viele akute Formen lassen sich mit Medikamenten gut behandeln und heilen vollständig aus. Andere verlaufen chronisch und führen im Laufe der Jahre zu einem allmählichen Verlust der Nierenfunktion – insbesondere bei unzureichender Therapie oder später Diagnose.
Früherkennung und regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion – insbesondere bei Risikopatienten – sind daher entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg.
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